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Montag, 24. Februar 2014

Ein Abend besser als 16

Und dann haben wir geredet. Nur geredet; immer weiter. Alles andere war unwichtig. Mitten im Gedränge stehen wir, zwischen zig Leuten, umhüllt von lauter Rockmusik. Ein Cover nur, doch besser als das Original. Genauso wie bei mir. Ich fühle mich wie 16; und Du siehst aus wie 17. Doch es ist besser als damals. Ich bin freier, genieße mehr. Fühle die Jugend und das Leben. Aber das Alter ist gerade egal. Einfach nur Leben, mittendrin. Nur fühlen, wenig denken, einfach tun. Und reden. Freunde gehen nach Hause. Ich bleibe mit Dir. Gemeinsam sind wir. Bis das Licht angeht, und wir gehen weiter, im Leben, auf in den nächsten Club. Oll ist er, im Keller. Doch rein sind wir. Frei. Egal, alles geht. Und reden. Wir spielen "Wenn ich Du wäre..." und wir sind gemeinsam. Bier, Handy, der Benni, dicker DJ, Britney Spears, Dein Schal und unsere Worte halten den Abend zusammen. Bis zum nächsten Morgen. Sebastian, danke für den klasse Abend. Ich werde Dich nie wieder sehen.
Oder vielleicht doch irgendwann in der U-Bahn.

Nachtrag 7 Monate später:  "Schöne Ohrringe". Ich schaute hoch, ich trug meine Lieblings-Katzenohrringe. Bis ich gecheckt habe wer Du bist, warst Du auch schon wieder aus der Tram raus.
"Erinnerst Du Dich an den Irish Pub?", fragtest Du. Natürlich ^^ Alles war so unerwartet wie ein Wolkenbruch.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Wenn das Leben dich fickt

Manchmal hasse ich das Leben: Man fühlt sich schlecht, ist übermüdet, hat viel geraucht und getrunken, einfach kaputt... Dann verrenkt man sich den Hals. Zu guter Letzt knurrt der Bauch. - Als wenn man dann Bock hat, sich was zu Essen zu machen.

Samstag, 12. Januar 2013

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Nasenhaare

Eine Beobachtung am Kölner Hauptbahnhof:
Auf einer Bank sitzt ein älteres Ehepaar. Sie schneidet ihrem Mann in aller Öffentlichkeit die Nasenhaare.


Donnerstag, 20. September 2012

Die Bahn, ihre WCs und entspannte Muskulatur

... und ich sag' noch: "... mitten in der Nacht aufstehen." Das war es wirklich.
Um Punkt 05:00 Uhr klingelt der Wecker. Grad wollt ich zum nächsten Traum ansetzen; doch nix da! Ich muss aufstehen. Habe mir extra den Wecker weit weg vom Bett hingestellt, so bin ich gezwungen mich aufzurappeln. Uhh, das Leben ist echt kein Ponyhof.
Um 06:46 Uhr trifft der Zug nach Hamburg am Bützower Bahnhof ein. Ich bin mal wieder unterwegs zu einem Vorstellungsgespräch. Ich friere wie nichts Gutes, ich bin müde wie Sau und gähne den Bahnhof zusammen. Mein Mund kann dabei nicht weit genug aufgehen.
Die 2 1/2 Stunden nach Hamburg habe ich dann im halb dämmernden Zustand hinter mich gebracht. Dabei habe ich eine neue Technik entwickelt, um den freien Platz neben mir zu beanspruchen. Wenn Passagiere einsteigen und einen Platz suchen, klimpere man mit den Augen, so als wenn man jeden Moment einschläft. Dabei ist auf eine entspannte Muskulatur, gerade im Gesicht, zu achten. Da sozial veranlagte Menschen, niemanden beim Einschlafen stören möchten, hat man seine Ruhe. Diese Technik ist effektiver als wenn man so tut als schlafe man schon. Grandios.
In Hamburg habe ich mir dann erstmal einen Kaffee gegönnt. Mit Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge, nippte ich genüsslich am heißen Kaffee. Super. Die schönen Kleinigkeiten im Leben machen es aushaltbar. [Das Wort gibt es nicht, aber egal.] Iiieh!!! Irgendwas habe ich plötzlich im Mund. Ein Fremdkörper! Ich pule ihn heraus. Es ist ein durchsichtiges Plastestück. Hm. Ich sollte den Coffee Shop verklagen, denke ich und trinke schnell weiter.
Der ICE nach München ist voll. Ich frage mich, warum die Leute Zug fahren und wohin sie wollen.
Einen Fensterplatz habe ich nicht gefunden, dafür einen Sitz am Gang. Mehr Auswahl gibt es ja auch nicht. Der Vorteil am Gang: man kann die Beine ausstrecken, Nachteil: man kann schlechter aus dem Fenster schauen. Bei einer 6 1/2 stündigen Fahrt ziehe ich aber die Bewegungsfreiheit vor, zumal ich die Strecke eh schon kenne. [http://julianesagert.blogspot.de/2012/07/einmal-deutschland-und-zuruck.html] Ich mache es mir bequem und stelle den Sitz nach hinten. Uhh, wunderbar. Im ICE sitzt man doch relativ bequem. Die Betonung liegt auf relativ. Ich glaube, die haben hier neue Sitze eingebaut. Ich muss das mal recherchieren. Und der Monitor an der Decke ist auch neu. Hm. Nun drückt der Kaffee. [...] Das war gut. Das Klo in der Nähe war sogar benutzbar. In Zügen auf Toilette zu gehen ist ja immer so eine Sache. Entweder stinkt es, sie sind dreckig oder gar unbenutzbar. Bei letzteren prangert dann an der WC-Tür ein Schild "unbenutzbar. Das Personal". Ich frage mich dann immer, ob das Personal Schuld am Zustand des WCs ist. Ich weiß es nicht.

http://www.schockwellenreiter.de/blog/2010/01/15/warum-fahre-ich-eigentlich-mit-der-bahn-1-klasse/














Langsam geht mir das Räuspern des Hintermannes auf die Nerven. Wenn das jetzt bis Nürnberg so weitergeht ... Ich mag nicht daran denken. Die Frau neben mir liest eine Zeitung namens "Das macht Freude". Jawoll ^^ Das nächste Räuspern. *_____________*
Gott sei Dank stieg der Störenfried in Celle aus. Noch länger und ich hätte ihn gebeten sich anderswo zu platzieren. Schließlich sitzen wir im Ruheabteil.
So konnte ich also doch noch die Fahrt genießen. So weit von "genießen" überhaupt die Rede sein kann. So eine Zugfahrt schlaucht furchtbar, trotz oder gerade wegen des Nichtstun.
In Nürnberg erwartet mich der Hochsommer. Vor der Sonne und dem Hunger Schutz suchend, stieg ich in einem Café ab. Noch eine Stunde bis zum Gespräch. Für einen Cappuccino und einer Nussschnecke ist da noch Platz.

Sonntag, 16. September 2012

Der Kompromiss oder auch nicht

Ich sei nicht Kompromiss bereit! Bitte schön, was soll ich davon halten? Nur weil ich meinen Standpunkt nicht kampflos aufgebe, heißt es ich gehe nicht auf anderer Wünsche ein. Pah! Dabei bin ich doch...
Das nenn' ich mal einen faulen Kompromiss!

Samstag, 8. September 2012

Die Telekom, Busfahrer und nur eine lachende Frau


Nun sitze ich schon wieder im Zug. Mit jeder Fahrt schaue ich gelassener in die Zukunft. Vielleicht ist gelassener aber auch nicht das richtige Wort. Vielmehr trifft es resignierter eher. Nicht die Spannung auf Gespräche mit Unbekannten treibt nun meinen Puls in die Höhe, sondern die Vorfreude auf eine neue Stadt. Mittlerweile bin ich ja nun schon durch ganz Deutschland gefahren auf der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz. Hamburg, Berlin, München, Nürnberg und Münster waren die bisherigen Stationen der Vorstellungsreise. Heute geht es nach Frankfurt, in die finanzorientierte Börsenstadt. Ich lass mich überaschen, von der Stadt, ihren Menschen und nebenbei auch von der Agentur.
Nach einer schier endlosen Suche nach einem freien Sitzplatz im ICE starte ich meinen Laptop. Mir ist das "WWW"-Zeichen schon bei der letzten Fahrt aufgefallen. Nun will ich auch während der Zugfahrt online surfen, so wie die Businessfutzies in der 1. Klasse. Sogleich zeigt der Rechner mir neue verfügbare Drahtlosverbindungen auf, auch "Telekom_ICE", auf wie fein, denke ich und drücke auf "verbinden". Warten. "Es konnte keine Verbindung hergestellt werden." "Was das für'n Scheiß", fluche ich innerlich. Geht nicht. "Kacke." Ich bin völlig empört. Ich denke nicht, dass es an mir liegt; wieso auch. "Mist." Ich probiere es noch mal. Immer noch nicht. "Verdammt." Noch mal. "Nee." Und nochmal. "Hmm, blöd." Ich fühle mich verarscht. Dieses Gefühl habe ich öfters, wenn ich mit der Deutschen Bahn unterwegs bin.
Da! Der Schaffner! "Den werd' ich gleich mal fragen."
Nun bin ich noch mehr empört und rutsche unruhig auf meinem Sitz umher. "Pah! Frechheit! Diese Säcke!" "Nach einer Anmeldung bekommen Sie ein Passwort und eine Rechnung über die gesurfte Zeit.", erklärt mir der Mitarbeiter in Blau. Ich gucke ihn ungläubig an, bleibe aber freundlich. Der Servicegedanke ist an der Deutschen Bahn völlig vorbeigerauscht. Ich bin wirklich wütend. Da hilft auch nicht aus-dem-Fenster-gucken-und-sich-an-der-schönen-Natur-erfreuen. Stattdessen wird mir etwas schummrig in Kopf. "Ich soll zusätzlich zum extrem überteuertem Bahnticket auch noch Geld für eine Internetverbindung blechen? Ohne mich! Ihr könnt mich mal!"
Als wenn die Situation nicht schon überreizt genug ist, öffnet die Frau neben mir eine Kekspackung und steckt sich genüsslich einen Keks in den Mund. "Blöde Kuh, dass macht die doch mit Absicht", grummle ich in mich hinein. Dann geht auch noch die Klimaanlage an und eiskalte Luft zieht mir den Rücken entlang. "Na Danke."
Frankfurt war ganz nett, zumindest dass, was ich gesehen habe. Rödelheim - Stadtteil gegen Rassismus. Wie es dort ausschaut, kann der Leser sich denken. Mehr ausländische Mitbürger als Deutsche. Ich bin ja ein großer Fan türkischer Kleinläden. Frisches Obst und Gemüse zu fairen Preisen. Das beste aber ist die ehrlich gemeinte Freundlichkeit, mit der jeder Kunde empfangen wird. Das ist leider nicht selbstverständlich, aber wer kennt nicht das typisch deutsche, maulige Gebrumme, auf ein freundliches "Hallo". Soviel zu den Kleinhändlern, ein ganz anderes Thema sind die Frankfurter Busfahrer. Zweimal habe ich den Bus genommen und dabei zwei Extreme kennengelernt. Fahrer Nummer 1 war sonderbar unfreundlich. Wenn es ein Superlativ von "unfreundlich" gäbe, denke der Leser es sich an dieser Stelle. Unsicher ob ich den richtigen Bus gewählt habe, starrt er mich an und fragt nach einer Weile, ob ich nicht lesen könne. Gott sei Dank bin ich des Lesens mächtig und so erkläre ich, ich wolle nur sicher gehen. Während der rasanten Fahrt denke ich mir, wenn ich nun nicht lesen könnte, was hätte der Busfahrer mir dann wohl angetan? Legastheniker, Sehbehinderte oder des Lesens nicht mächtige Leute sind wohl in seinem kleinen Weltbild nicht vorgesehen. Die Rückfahrt dann ein komplett komplett anderer Typus: der Überfürsorgliche. Diese Art zeichnet sich durch eine Freundlichkeit und Behutsamkeit gegenüber seinen Fahrgästen aus, die schon ins Gluckenhafte übergeht. An einer roten Ampel springt der Busfahrer plötzlich auf, hastet durch den Bus, um ein Kind mit dem Rücken zur Fahrteichtung zu setzen. Es sei sicherer, so seine Begründung, falls er bremsen müsse, fliege das Kind nicht durch den Bus. Sehr aufmerksam, denke ich mir. Könnte ihm ja eigentlich egal sein, ob und wer alles durch seinen Bus schleudere. Die Frage ist nur, wer die Schweinerei dann hinterher weg macht. An der übernächsten Kreuzung ein ganz ähnliches Bild. Wieder ist Rot, da rennen zwei Frauen mit Kind und Kegel Richtung wartenden Bus. Sie wollen mit. Fahrer Nummer 1 hat bei gleicher Situation den Kopf geschüttelt, nun aber ist ja der "Freundliche" am Steuer und öffnet die Türen, um die Leute aufzunehmen. Es scheint wirklich eine Ausnahme zu sein, denn die beiden Frauen bedanken sich überschwänglich. "Beim nächsten Mal bringen sie aber Kuchen mit.", erwidert der "Freundliche" und zwinkert. Äußerst freundlich, finde ich. Dann will er weiterfahren. Doch nein! Als er in den Rückspiegel schaut, springt er wieder von seinem Sessel und begibt sich zu einer schwangeren Mitfahrerin. Auch sie solle sich bitte mit dem Rücken in Fahrtrichtung setzen, er habe Sorge um ihren dicken Bauch, falls er bremsen müsse. Das Fahren mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, sei sehr viel angenehmer gewesen, so die Schwangere beim Aussteigen, und bedankt sich noch einmal für den Tipp. Ich sage mir, dass ich es bei meiner nächsten Busfahrt auch mal ausprobieren muss, so zu sitzen. Es scheint wohl ein ganz neues Fahrgefühl zu sein. Ich bin gespannt.
Doch erst einmal erwartet mich meine Zugfahrt zurück nach Hause. Wieder ICE bis nach Hamburg, dann weiter mit dem IC. Nach einer Fahrt von sech einhalb Stunden mit dem Zug, einer S-Bahnfahrt zum Hauptbahnhof von 11 Minuten, 10 Gehminuten und einer Autofahrt vom Zielbahnhof nach Hause von 20 Minuten, bin ich dann vorraussichtlich irgendwann gegen 17:30 Uhr zu Hause. Bis ich da allerdingt ankommen werde, dauert es noch etwas. Momentan sitze ich noch im ICE und habe gerade Frankfurt hinter mich gelassen. Nach einer halben Stunde und der kompletten Zugdurchquerung, habe ich leider keinen Sitzplatz mehr bekommen. Wobei, ganz stimmt es nicht, denn ich sitze mit drei weiteren Passagieren auf dem Boden zwischen zwei Waggons. Es wird zwar nach einer Weile etwas unbequem am Hintern, doch hier kann ich die Beine ausstrecken, ein nicht zu verachtener Vorteil gegenüber herkömmlichen Sitzen. Wir "Sitzplatzlosen" nehmen es aber mit Humor. Man müsse es positiv sehen, sage ich und verweise auf die Beinfreiheit. Daraufhin meint eine  nette Frau neben mir, sie versuche das ganze Leben optimistisch zu sehen und lacht herzlich. Ich lach aus Freundlichkeit mit, doch nach Lachen ist mir eher weniger. Ich finde das Leben nicht nicht ganz so spaßig. Aber vielleicht habe ich auch noch nicht die richtige Perspektive gefunden, um auf das Leben zu schauen.
Doch auf der Strecke zwischen Göttingen und Hannover wird mein Optimismus auf eine harte Probe gestellt. AUf weiter Flur hält der Zug außer planmäßig an. Nach kurzer Verweildauer meldet sich per Lautsprecher das Bahnpersonal und meldet einen Triebwagenfehler. Doch schon bald geht es weiter. Langsamer als vorher, aber immerhin geht es weiter. Aber das ist gar nicht die bedrückende Situation. Es ist eine gar gesellige Frauengruppe. Ich bin zwar froh um meinen derweil ergatterten Sitzplatz, doch die Runde erfüllt das Abteil zu sehr mit ihrer Lautstärke. Ganz besonders eine ältere Frau, mit einer ganz besonders schrell ertönenden Stimmlage, geht mir verdammt auf den Zeiger. Ich versuche schon sehr mich nicht all zu sehr darüber aufzuregen, doch langsam reißen meine Nervenenden an den Synapsen ab. Ich bin zwar nicht allein mit meiner Meinung über die nervige Runde, doch bisher hat sich kein Fahrgast bemüht, dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Das Einzige was sie dem lautstarken Pulk entgegen zu setzen haben, sind böse Blicke. Doch die reichen leider nicht aus. Ich bin mir sicher, die laute Gesellschaft ist sich durchaus ihrer Unart bewusst, doch ignoriert sie behändig die leisen Widerrufe der Mitfahrenden. Bei so einer Ignoranz hilft nur pure Gewalt oder Giftgas. Entweder Zunge raus schneiden, das half schon im Mittelalter bei Blasphemie, oder ein heimlicher Giftgasanschlag. Der tut nicht weh. Das Problem ist nur, dass ich im selben Abteil sitze, so dass ich eine Gasmaske bräuchte. Leider habe ich keine dabei.
Ich bin fertig, aber so richtig. Nachdem der ICE mit dem bekannten Triebwerksproblem nun seine Fahrt doch nicht weiterführen konnte, mussten alle Fahrgäste in Celle den Zug verlassen. Dort hatten wir dann die Entscheidung zwischen einem ankommenden ICE in 25 Minuten oder umzusteigen in einem auf dem gegenüberliegenden Gleis wartendem IC 2170. Ich entschied mich für Variante zwei. Diese Entscheidung fällte ich aber nicht alleine sondern der gefühlte halbe ICE mit mir. Das Ergebnis war ein völlig überfüllter IC. Nicht nur, dass ich nun keinen Sitzplatz mehr hatte, dies war mein geringstes Problem, ich war in einer vergleichbaren Situation wie ein Masthuhn. Nicht, dass ich gefüttert wurde, vielmehr waren es die doch allzu sehr beengten räumlichen Verhältnisse, die mich zu diesem Vergleich hinreißen lassen. Nach circa einer Stunde unter menschenunwürdigen Verhältnissen, bin ich dann doch endlich in Hamburg Hauptbahnhof angekommen. Aber auch nur angekommen, denn aussteigen lassen wollte man uns nicht. Nachdem der ICE mit seinem Triebwagen Probleme hatte, hielt uns nun ein Türdefekt auf Trab. Jedenfalls ging im ganzen Zug nur eine einzige Tür. So dauerte der Ausstieg ganze zehn Minuten. Das hört sich jetzt vielleicht ganz zürgig an, doch man bedenke, die vielen Menschen dünsten entsprechend aus. Neben der Wärme- und Geruchsentwicklung war es neben den ohnehin engen Zustand nun noch enger geworden. Alle Menschen, die in Hamburg aussteigen wollten, und das war die Mehrheit der Passagiere, drückten in Richtung Türen. Irgendwann stand ich dann aber an der frischen Luft am Bahnsteig. Nun musste ich mir meine über eine Stunde lange Verspätung am Servicecenter der Bahn bestätigen und meine neue Verbindung für die Weiterfahrt geben lassen. Der Servicemitarbeiter konnte sich dann glatt mit dem "Unfreundlichen" in einer Reihe eingliedern. Unmöglich so ein Verhalten. Ich konnte ihm leider nicht aprupt meine Abfahrtszeit aus Frankfurt nennen, sowie die Zugnummer des liegengebliebenen Zuges. Er raunzte mich an, dass ich ja gar nichts wüsste. Ich war derart überfordert mit so einer Unfreundlichkeit, dass ich nur kleinlaut, "Entschuldigung, ich bin schon etwas länger unterwegs heute.", antwortete. Scheinbar war ihm das egal und er gab mir meine Daten für die Weiterfahrt. "15:17 Uhr auf Gleis 8.", erklärte er monoton. Auf meine Frage, wie spät es denn jetzt sei, zeigte er hinter mir und meinte nur kurz: "Das ist eine Uhr." "Danke für gar nicht du Arsch", denke ich und begeben mich zum entsprechendem Gleis.
Auf Gleis 8 steht dann aber nicht wie erwartet mein Zug Richtung Heimat, sondern ein ICE aus München. Dieser Zug fährt 15 Minuten später ab. "Warum sollte mein Zug auch pünktlich sein. Ich erwartete immer viel zu viel.", sinniere ich. Mit einer viertel Stunde Verspätung treffe ich dann aber doch noch um 16:50 Uhr in Bützow ein.


Reiseroute: A Bützow, B Hamburg, C Hannover, D Göttingen, E Kassel-Wilhemshöhe, F Frankfurt a. M, G  Frankfurt Rödelheim, H Celle, I Lüneburg, J Hamburg (GoogleMaps)

Samstag, 25. August 2012

Der Ententeich


Ein kalter Tag Ende September. Wie immer gehe ich nach der Schule zu meinen Großeltern. Am Fenster wartet schon Opa. Als wenn er schon immer dort gestanden hätte. Er winkt mir zu. Durch das angekippte Fenster zieht warmer Duft in meine Nase. Sie warten wie immer mit dem Mittag auf mich. Nachmittags gehen wir zusammen spazieren. Zu meinem Lieblingsplatz - dem Ententeich in der Gartenkolonie. Wir haben Brotkrumen mitgenommen. Ich füttere die Enten. Ein Schwanenpärchen ist heute auch da.
Es ist schon spät und Mutti kommt mich bald abholen. Ich möchte noch bleiben, aber wir müssen los. Zuhause wartest du schon, doch nicht auf uns. Wir machen Abendbrot. Gesprochen wird nicht. Wenn du fertig bist, decke ich ab.  Danach waschen Mutti und ich ab. Hier können wir uns unterhalten. Wie der Tag so war. Ich habe auch einen Bruder.

Als ich etwas älter war, ging ich nach der Schule gleich nach Hause. Ich war ein Schlüsselkind. Aber zu den Enten ging ich trotzdem noch gerne.  Allein daheim, räumte ich auf. Machte Hausaufgaben und lernte. Danach besuchte ich Oma und Opa. Am Abend fuhr ich wieder heim. Aber nur ungern - wegen dir.

Heute sind Oma und Opa nicht mehr da. Und auch beim Ententeich war ich seitdem nicht mehr. Ob es das Schwanenpärchen noch gibt? Ich habe die Stadt meiner Kindheit hinter mir gelassen. Auf dem Weg habe ich mich selbst gefunden.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Hoffnung im Wollen

Ich frage mich, was ich in den knapp 6 Jahren meines Studiums gelernt habe. Ich muss lange darüber nachdenken. Erschreckend lange.
2006 als hoffnungsvoller Erstsemester ins Studium gestartet und und schon im dritten Semester auf dem ernüchternden Boden der Tatsachen angekommen. Ich habe Buchstaben ausgemalt, Stillleben (mit drei l) gezeichnet und versucht die Technik des Aquarellierens zu übernehmen. Doch vielmehr wollte ich Ich sein und darüber hinaus. Ab da an wurde geblockt. Ich wollte das Fotografieren lernen, wollte ein guter Fotograf sein. Ich wollte Schriften lernen, um gute Bücher zu setzen. Ich wollte illustrieren lernen, wollte coole Zeichnungen machen.
Ich habe fotografiert und die Lust verloren, Schriften habe ich nie verstanden und mit 12 Jahren konnte ich besser zeichnen als jetzt.
Heute bin ich fast fertig mit dem Studium. Das wichtigste was ich gelernt habe, vorwiegend im letzten Jahr, ist nicht irgendwelches Fachwissen. Es ist meine Fähigkeiten besser mit mir und Menschen umzugehen.
Was habe ich mit der Zeit angefangen? Sicherlich zu wenig. Aber wollen will ich immer noch.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Wut

Wir wurden einander vorgestellt, doch anfangs warst Du nur irgendwer. Vielmehr niemand. Ich habe einfach nicht richtig hingeschaut. Doch auf den zweiten Blick hab ich die Geschichten in Deine Augen gesehen. Sie haben viel zu erzählen.
Nun hab ich es verbockt. Wie immer überrenne ich meine Mitmenschen, gerade jene welche ich gern habe. Ich ärgere mich über mich selbst. Könnte heulen vor Wut. Schreien. Mehr kann ich nicht tun, außer warten auf die Zeit.

Montag, 12. Dezember 2011

hässlich

Heute habe ich eine Frau mit einem Kastengesicht gesehen. Die war echt hässlich. Aber es muss auch hässliche Menschen geben, denn sonst wüssten die Schönen gar nicht, wie toll sie aussehen. Dennoch bin ich nicht froh, dass dumme Menschen existieren.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Sonntag, 27. November 2011

Sex und Tschüß?

Nu' sitz' ich hier vor'm Rechner und warte, dass er antwortet. Er, die Abendbekanntschaft, obwohl wir uns schon vorher kannten. Von der Arbeit. Leiden konnten wir uns beide von Anfang an. Zwei Jahre, eine Party, eine Nacht später und weitere zwei Tage später, fühl' ich mich wie ein dummer Teeny - mit fast dreißig. Peinlich. Peinlich und dumm. Ich mache immer so'n Quatsch. Kann's einfach nicht lassen. Hab' ihm ne Mail geschickt. Au mann. Ob wir uns wiedersehen. Bla. Scheiß'n Dreck.
Aber wer kann denn so was ahnen? Dass es anders wird. Üblicherweise hat man zusammen Spaß und trennt sich spätestens am nächsten Morgen. Diesmal war's nicht so. Schon der Anfang war nicht das gewohnte Spielchen. Oberflächlich. Nein, es war vertraut. Herrije, ein dreißigjähriger Teeny. Erwachsen werde ich wohl niemals...

Samstag, 26. November 2011

Netto Kinder

Ich gehe gerne einkaufen im Netto. Doch Eines ärgert mich jedes mal wenn ich den Laden betrete.
Die möchtegern Jugendlichen, eigentlich noch Kinder haben ihren Treffpunkt vor dem Supermarkt. Dort rauchen sie, trinken ihr Stier-Bier und spucken auf den Boden. Jeden Tag stehen sie dort. Von morgens bis abends. Eigentlich sind diese Kinder zu bemitleiden. Doch ich kann ihnen nur meine abwertende Blicke entgegen bringen. Sicher, sie kennen nichts anderes. Ihre Eltern standen wahrscheinlich auch schon früher dort. Aber gibt es nicht immer einen Ausweg? Nicht nur dass sie andere Menschen belästigen. Sie reden nur Dünnes. Dummheit ist sichtbar und steht vorm Netto. Ein Freund nennt es Umweltverschmutzung. Recht hat er, in jeglicher Hinsicht.
Heute war also wieder ein Tag der Begegnung mit der Dritten Art.
Vier Netto Kinder stehen vor dem Markt. Netto Kind 1 kommt in den Kreis hinzu.  Er trägt eine Adidas Jogginghose, seine Jacke ist offen. Er hat Handschuhe an. Draußen ist es kalt. Er begrüßt die Anderen mit Handschlag. Bei Netto Kind 3 angekommen muss er innehalten. Netto Kind 3 nimmt einen Schluck aus seiner Dose Bier. Er schaut ihn an. Von oben herab, denn er ist größer als Netto Kind 1. "Man zieht die Handschuhe aus, wenn man Guten Tag sagt."

Mittwoch, 24. August 2011

neue Arbeit, neues blog

Nun also mache ich Diplom. Komisch irgendwie. Diplom Designer in spe. Naja. Woll'n ma' sehen was das so wird mit mir. Zumindest 'nen Job hab' ich schon. Auch wenn ich Nichts verdiene. Wer braucht schon Geld! ^^
Nun ja, ich. Ein wenig zumindest. Aber auch das wird schon. Irgendwie.